Was steht bei Kommunisten auf dem Lotto-Tippschein?
3. Februar 2011Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Fragt man sich nach dem Sinn einer Ausbildung, fragt man sich automatisch nach dem Sinn des Lebens: Was soll das? Warum bin ich hier? Wer ist eigentlich diese Person da im Spiegel? Oftmals erkennt man sich selbst nicht wieder und kann sich mit dem eigenen Ich nicht mehr identifizieren. Spätestens dann ist es Zeit zu akzeptieren, dass man gewisse Dinge niemals wird beeinflussen können. Als Mensch bzw. Azubi habe ich zwar einiges in der Hand, aber über mir gibt es eine höhere Macht, welche wiederum mich in der Hand hat. Nein, ich rede jetzt nicht von Gott, sondern vom Chef. Der nämlich steht in jedem Betrieb mit Gott auf Augenhöhe – und dessen Augen hängen ganz schön weit oben! Wer das erkennt, ist gut. „Du lernst nicht für die Schule, du lernst für’s Leben“. Unzählige Male wurde jedem von uns dieser Satz mit auf den Weg gegeben. Aber wo führt dieser Weg hin? Über kurz oder lang ins Nichts. Wie wir uns auch anstrengen und mühen, am Ende des Daseins fragt keiner danach. Es kann nicht immer alles glatt laufen auf der Bühne der Ausbildung; wenn der Vorhang fällt, sollte man jedoch zumindest ein reines Gewissen haben. Das ganze Theater sollte die Menschen, mit denen man zu tun hatte, wenigstens ein bisschen unterhalten haben.
Soweit die Theorie. In der Praxis hoffe ich natürlich, dass der Fall des Vorhangs noch eine Weile auf sich warten lassen wird. Es sind doch gerade diese existenziellen Fragen, die unser Leben lebenswert machen. Man rätselt jahrelang und kommt zu (k)einem Ergebnis: Es gibt keinen Sinn, außer den Unsinn.
Die Umstellung von der Schule auf den Betrieb fällt nicht leicht – kein Wunder, wenn man vierzehn Jahre lang auf der Schulbank saß. Aber Veränderungen müssen sein. So stand dieser August 2010 ganz im Zeichen einer Eingewöhnungsphase. Ich musste mich auf die vollkommen neue Situation einstellen. Dabei konnte ich einige Erfahrungen sammeln; zum Beispiel habe ich festgestellt, dass die wesentlichen Abläufe im Büroalltag gleichbleibend sind. Allerdings gibt es auch oft zusätzliche Herausforderungen. Probleme treten auf, über die Personen mit langjähriger Berufserfahrung wahrscheinlich nur lachen. Man lernt jeden Tag kleine Dinge dazu. Es gilt daher, gewisse Automatismen zu verinnerlichen. Das braucht noch etwas Zeit. Auffällig ist die Tatsache, dass man stundenlang am PC arbeitet. Wohin soll diese Entwicklung gehen? Werden Büroberufe in zwanzig Jahren abgeschafft, weil alle Aufgaben dann ausschließlich von Computern und Maschinen erledigt werden können? Die Zukunft wird dies zeigen. Abgesehen davon, habe ich viel Interessantes über urheberrechtliche Abmahnungen gelernt und weiß nun, welches Motiv viele „Abmahnkanzleien“ antreibt: In erster Linie geht’s um Geld! Erst danach kommt die Moral. Des Weiteren war spannend zu beobachten, wer im Unternehmen welche Funktion hat. Etliche Fragen wurden aufgeworfen: Wer ist für was zuständig, wer hat den speziellen Durchblick in bestimmten Bereichen? Welche Beziehung pflegt wer zu wem? Wie ist alles organisiert; welche Prioritäten müssen gesetzt werden? Insgesamt war es kompliziert, derart viele und vor allem vielfältige Impressionen aufzunehmen und zu verarbeiten. Man ist manchmal verzweifelt, macht sich Vorwürfe, warum man dieses oder jenes noch nicht richtig beherrscht, wieso man ausgerechnet den Anfängerfehler macht. Wie reagieren die anderen bloß darauf? Dazwischen gab es auch ein paar lustige Momente. Jedenfalls ist mir nach dem ersten Monat meiner begonnenen Ausbildung klar, dass ein weiter Weg vor mir liegt.
Hinweis: Dieser Artikel wurde bereits im September 2010 verfasst.
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